
- Seit zwei Jahren verschwunden - Der Fall Rebecca Reusch
Der Name Rebecca Reusch war 2019, im Jahr ihres Verschwindens, der am häufigsten gegoogelte Begriff. Der Fall löste ein gewaltiges Medienecho aus, 1000ende Hinweise gingen bei der Polizei ein. Nach zwei Jahren ist es deutlich ruhiger geworden, erklärt Martin Steltner, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin.
"Man muss natürlich auch sagen, dass die erfolgversprechenderen Hinweise mit einer höheren Priorität abgearbeitet werden, die, wo man gedacht hat: hier ergeben sich wirklich Ansätze, die werden natürlich zuerst abgearbeitet. Deswegen, es gibt noch Hinweise, denen sind wir noch nicht nachgegangen sind, das tun wir noch, es ist kein Cold case und wir versuchen nach wie vor alles, um das Schicksal von Rebecca aufzuklären."
Der Fall werde, solange es noch Hinweise gebe, nicht zu den Akten gelegt. Er sei allerdings in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer.
"Es ist ungewöhnlich, dass ein Mensch spurlos verschwindet. Es ist ungewöhnlich, dass wir von einem Tötungsdelikt ausgehen müssen, dass sie in dem Haus ums Leben gekommen ist, es gibt aber keine Spuren, die uns irgendwie helfen könnten zu erklären, was da passiert ist."
So viel ist bekannt
Die 15-Jährige Rebecca Reusch hatte in der Nacht zum 18. Februar 2019 bei ihrer älteren Schwester Jessica, ihrem Schwager Florian und deren damals 2-jährigen Tochter in Britz übernachtet. Der Schwager kam spät in der Nacht nach einer Firmenfeier nach Hause.
Die Schwester verließ früh am Morgen mit dem Kind das Haus, Rebecca musste erst zur 3. Stunden in die Schule nach Gropiusstadt fahren. Doch dort kam sie nicht an. Die Ermittler haben ihre Handydaten ausgewertet, Zeugen befragt. Der Verdacht fiel schnell auf den Schwager, er wurde zwei Mal kurzfristig festgenommen, aber weil sich die Indizien nicht erhärteten, musste er wieder freigelassen werden.
Sein rotes Auto wurde am Tag ihres Verschwindens und am Tag danach auf der A12 Richtung Frankfurt/Oder von Kameras erfasst. Was der Schwager dort tat, bleibt unklar. Groß angelegte Suchaktionen an der Strecke mit Tauchern und Suchhunden blieben erfolglos, Sprecher Steltner von der Staatsanwaltschaft.
"Wir haben in unwegsamen Waldgebieten in Ostbrandenburg gesucht, da gibt es noch genügend Versteckmöglichkeiten, die man auch nicht findet. Das heißt, wir wissen nicht, ob Rebecca da versteckt worden ist, das ist nur eine Vermutung, wir können es eben nicht beweisen."
Eine ernüchternde Bilanz
Vor allem für die Freunde und Angehörigen der Verschwundenen. Die Familie wirft den Ermittlern vor, sich zu schnell auf einen Tatverdächtigen festgelegt und anderen Spuren nicht sorgfältig genug nachgegangen zu sein. Sie hofft weiter, dass Rebecca Reusch lebend wieder auftaucht. Am 21. September dieses Jahres würde sie 18 Jahre alt werden.